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Reisende fahren auf verbessertes Zugangebot ab


Seit auf der Strecke Altenburg – Gera – Erfurt Fahrzeiten verkürzt und Anschlüsse optimiert wurden, erreichen Fahrgäste viele Ziele einfacher und schneller


Donnerstagmorgen: Am Bahnhof Altenburg startet der Regionalexpress bei herrlichem Sonnenschein in Richtung Westen. Auf seiner Fahrt entlang der Thüringer Städtekette schlängelt er sich vom Zentrum der Spielkartenherstellung über die Knopfstadt Schmölln nach Gera und weiter durch das Saaleland über Jena und die Kulturstadt Weimar bis in die Landeshauptstadt Erfurt. Um Fahrgästen das Reisen in Thüringen noch angenehmer zu machen, wurden zum Fahrplanwechsel 2008 auch auf dieser Strecke Fahrzeiten verkürzt und Anschlüsse verbessert. RegioTakte fragte nach, wie die Neuerungen bisher von den Fahrgästen angenommen werden.

Seit Ende 2008 gibt es zwischen Altenburg, Gera und Erfurt eine durchgehende Regionalexpress- Linie im Zweistundentakt. Hinzu kommt alle zwei Stunden die Verbindung mit Umstieg in Gößnitz. Damit verfügen Schmölln und Ronneburg stündlich über eine schnelle Regionalexpressanbindung. Die nutzt auch Schüler Alexander, der von Schmölln aus über Gera nach Jena fährt: „Die Fahrt ist weitaus billiger als mit dem Auto, außerdem ist es einfacher. Den Komfort finde ich völlig in Ordnung.“ Mit dem wegfallenden Umstieg in Gera sparen Fahrgäste seitdem zwischen Altenburg und Erfurt knapp fünf Minuten, in der Gegenrichtung sogar 21 Minuten. Davon profitieren Pendler ebenso wie Gelegenheitsfahrer und Freizeitausflügler. So beispielsweise auch das Ehepaar Hasert: „Wir sind die letzten Tage die Thüringer Städtekette entlanggeradelt und fahren jetzt zurück nach Wandersleben. Nach einer langen Radtour nehmen wir für die Rückfahrt immer die Bahn und nutzen das Thüringen- Ticket. Auch für Tagestrips ist das viel billiger als mit dem Auto. Das Personal ist aus unserer Erfahrung immer freundlich und zuvorkommend. Toll ist, dass wir für die Radmitnahme nichts zahlen müssen, nur der Einstieg ist mit dem Fahrrad bei niedrigen Bahnsteigen etwas schwierig“, sagt Birgit Hasert. So ist der entfallene Umstieg in Gera hier nicht nur für Fahrzeitverbesserungen gut, sondern erspart Fahrgästen einmal mehr den Ein- und Ausstieg.

Zwischen Gera und Altenburg sorgen neben den Direktverbindungen vor allem der Streckenausbau zwischen Ronneburg und Gößnitz sowie die Ausrüstung der Strecke mit Neigetechnik für kürzere Fahrzeiten. Zwar ist diese aufgrund technischer Mängel an den Fahrzeugen derzeit abgeschaltet, dennoch sparen Fahrgäste gegenüber dem Jahr 2008 von Altenburg nach Gera etwa vier Minuten, von Gera nach Altenburg sogar sieben. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wird die Neigetechnik laut Deutscher Bahn jedoch wieder zugeschaltet – so sind die Züge noch etwas schneller unterwegs. Von Vorteil ist dies zum Beispiel für Berufstätige, wie Judith Hain, die wochentags immer von Altenburg über Gera nach Jena fährt. „Die Zeit im Zug kann ich für die Arbeit nutzen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber dem Auto. Außerdem kann ich das Rad kostenlos mitnehmen, bin also auch vor Ort flexibel unterwegs“, sagt die Richterin.

 
Am Bahnhof Altenburg steigen täglich etwa 1.400 Fahrgäste ein und aus


Doch nicht nur die Fahrzeiten, auch die Anbindungen an den Regional- und Fernverkehr verbesserten sich im Zuge des Fahrplanwechsels. So haben die Regionalexpresszüge aus Richtung Altenburg – Gera in Weimar derzeit Anschluss an den Fernverkehr in Richtung Frankfurt am Main und Wiesbaden. Gleiches gilt in der Gegenrichtung für die Fahrgäste aus Hessen in Richtung Altenburg. Im Regionalverkehr erreicht der RE 3 aus Richtung Gera – Erfurt den Regionalexpress nach Leipzig über Markkleeberg und sichert dadurch die Anbindung des Leipziger Südraums aus Richtung Ostthüringen.





Der Regionalexpress aus Altenburg ist in Gera angekommen und verlässt nun den Hauptbahnhof in Richtung Erfurt

Mit den verbesserten Fahrzeiten und optimal abgestimmten Anschlüssen hat inzwischen auch die Zahl der Reisenden zugenommen: Am Bahnhof Altenburg sind die Fahrgastzahlen in und aus Richtung Gera laut regelmäßigen Reisendenzählungen um knapp 50 Prozent gestiegen. Am Geraer Hauptbahnhof bleiben dabei etwa drei Viertel aller Fahrgäste in den Zügen von und nach Altenburg sitzen. Einerseits sind dies Reisende, die vor dem Fahrplanwechsel am Hauptbahnhof Gera umgestiegen sind, andererseits zusätzliche Fahrgäste, die vorab andere Linien genutzt haben oder die sich aufgrund der neuen durchgehenden Verbindung für den Zug entschieden haben.


Der letzte Zug in Richtung Altenburg verlässt Gera Hbf um 23.11 Uhr – bestens geeignet für einen Theaterbesuch, denn das Geraer Theater befindet sich direkt am Bahnhof


Jedoch ist nicht nur auf der Direktverbindung zwischen der Skatstadt und Gera ein Plus zu verzeichnen, sondern auch in den parallelen Zügen in Richtung Chemnitz und Zwickau. Ein Zeichen, dass das verbesserte Zugangebot zwischen Schmölln, Ronneburg und Gera insgesamt stärker genutzt wird.











Klicken Sie hier für eine detaillierte Übersichtskarte der Strecke Altenburg – Gera – Erfurt





Ob für Pendler, Studenten, Gelegenheitsfahrer oder Ausflügler – mit der besseren Anbindung des Thüringer Ostens sind viele Ziele heute einfacher zu erreichen. Das freut auch Monika Meister, die im Landkreis Altenburger Land für den öffentlichen Nahverkehr zuständig ist. „Es war eine gute Entscheidung der NVS, die Anbindung von Altenburg nach Gera zu verbessern. Die Stadt Altenburg sowie der gesamte Landkreis werden damit attraktiver und die Bahn stärker genutzt“, bestätigt die Fachdienstleiterin.