Wo die Katze in die Schwarza fällt ...
Katzhütte im Schwarzatal begeistert nicht nur Eisenbahnfreunde
Die entspannteste Art, in die malerische Gemeinde Katzhütte im Thüringer Schiefergebirge zu gelangen, ist eine Fahrt mit der Schwarzatalbahn. Von Rottenbach aus schlängelt sie sich durch das Kerbtal der Schwarza, überquert mehrfach den Fluss und erreicht nach 25 Kilometern den Endpunkt Katzhütte. Als die Bahnstrecke vor 110 Jahren eröffnet wurde, hatte man jedoch weniger reiselustige Touristen im Sinn. Vielmehr sollte die ansässige Industrie an das bestehende Bahnnetz angeschlossen werden. Der Schwerpunkt lag damals auf der Glas- und Porzellanproduktion.
Katzhütte empfängt seine Gäste mit vielen schiefergedeckten und -verkleideten Häusern, die von bewaldeten Bergmassiven eingerahmt sind. Das Ortsbild prägen außerdem die Barockkirche (siehe Bild links) und die Kirche im Ortsteil Oelze, die eine Sauer-Orgel besitzt. In der Heimatstube erfahren Interessierte mehr über die Geschichte der 1.800-Einwohner-Gemeinde. Ihr Name geht auf das 16. Jahrhundert zurück und bezieht sich auf ein Hüttenwerk, das an der Stelle stand, „wo die Katze in die Schwarza fällt“ (die Katze ist einer der Schwarza-Zuflüsse). Zu dieser Zeit wurde in der Region anfangs Kupfer und später Eisen erschmolzen. Typisch für die Gegend war auch der seit dem 16. Jahrhundert verbreitete Berufszweig der Olitätenhändler. Dabei handelte es sich um Sammler und Verkäufer von Naturheilmitteln, deren Sammelgründe sich im Thüringer Wald befanden und die ihre Heilmittel in ganz Europa verkauften.
Inmitten des Ortes befindet sich auch das 1760 erbaute Herrenhaus, heute Sitz der Gemeindeverwaltung. Im 19. Jahrhundert wohnte hier u.a. Caroline Junot, eine Tochter des Dichters Friedrich Schiller. Sie war die zweite Ehefrau des Bergrats Franz Junot, der damals das Berg- und Hüttenwesen im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt beaufsichtigte. Wer sich für Geologie und Bergbau interessiert, sollte sich den geologischen Lehrpfad „Katzhütter Schichten“ nicht entgehen lassen: 600 Millionen Jahre alte (präkambrische) Erdschichten können auf einer Länge von sechs Kilometern erkundet werden. Besucher, die sich eher für Edelmetalle – sprich Gold – begeistern, zieht es hingegen zum Fluss Katze. Sie können am Goldwaschplatz im kristallklaren Wasser ihr Glück versuchen. Und die Chancen stehen gar nicht schlecht, denn der Fluss gilt als besonders goldhaltig. So fanden Goldschürfer hier im Jahr 2004 ein 9,6 Gramm schweres Nugget.

Darüber hinaus bietet sich Katzhütte als Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung an: Gut ausgeschilderte Wege führen mitunter zu abgelegenen Zielen. Es ist möglich, dass man beim Wandern stundenlang keiner Menschenseele begegnet und ganz mit der Natur eins sein kann.
Ein beliebtes Wanderziel ist der
Reichenbacher Teich, ein früherer
Flößteich, der heute vor allem von Anglern geschätzt wird
Reiseempfehlung
Katzhütte ist bequem mit der Schwarzatalbahn (siehe Seite 12) stündlich von Rottenbach erreichbar. In Rottenbach bestehen jeweils stündlich Anschlüsse aus und in Richtung Arnstadt – Erfurt (teilweise mit Umsteigen in Arnstadt) und Saalfeld. Noch bis einschließlich 30. Oktober 2010 fährt jeweils samstags der durchgehende Nahverkehrszug "Schwarzatal-Express" von Leipzig Hbf über Gera, Saalfeld (Saale), Rottenbach nach Katzhütte und zurück. Der Regelzug ist mit allen regulär gültigen Fahrscheinen nutzbar.
(Fotos: Heimatverein Katzhütte-Oelze/Dr. M. Donau)