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DB Regio gewann Ausschreibung für Dieselnetz Nordthüringen mit effizientestem und attraktivstem Angebot


So schreibt die NVS aus - Europaweit suchte der Freistaat Thüringen zusammen mit den Partnern aus Hessen und Niedersachsen seit Februar diesen Jahres nach dem Eisenbahnunternehmen mit dem besten Angebot für das Dieselnetz Nordthüringen. Die DB Regio als überlegener Bieter darf ab dem Fahrplanwechsel Ende Dezember 2013 Fahrgäste auf den Nahverkehrsstrecken rund um Erfurt, Bad Langensalza, Mühlhausen, Nordhausen, Leinefelde, Hann. Münden und Kassel befördern. Bis dahin fährt die Erfurter Bahn noch nach Leinefelde und Mühlhausen.


 Das Nordnetz in rot: Ab Dezember 2013 fahren im Dieselnetz Nordthüringen nur noch die
roten Triebwagen der DB Regio. In Sondershausen treffen sich diese heute bereits stündlich.
Foto: H. Balkow


Grundlage für dieses Wettbewerbsprojekt ist der Nahverkehrsplan für den Schienenpersonennahverkehr in Thüringen. Federführender und koordinierender Partner war die NVS – Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen. In den Ausschreibungsunterlagen legte sie mit ihren Partnern Regelungen fest, die den aktuellen und künftigen Anforderungen der Thüringer Fahrgäste an Mobilität und Komfort angemessen sind. Hierzu gehören bestimmte Ausgestaltungen des Fahrplans sowie Anforderungen an Technik, Komfort und Servicepersonal.

„Der Katalog an konkreten Vorgaben und Regelungen solcher Ausschreibungen ist sehr umfangreich. Daher dauern die Vorbereitungen der Ausschreibung, Erstellung der Angebote, sowie die sorgfältige Prüfung und Bewertung der Angebote durch die NVS-Mitarbeiter viele Monate, bis ein Zuschlag erfolgt. Schließlich ist die Vergabe für den Zeitraum Dezember 2013 bis zum Jahr 2025 verbindlich und muss vorausschauend entschieden werden“, erklärt Cornelia Petz, Projektleiterin Vergabe bei der NVS.

Nach intensiver Prüfung bekam in dieser Ausschreibung die DB Regio AG den Zuschlag, die bereits die Strecke Erfurt – Nordhausen im Auftrag der NVS bedient.

„Während wir im Nordnetz gerade den Auftrag für 2013 bis 2025 vergeben haben, startet im Juni des kommenden Jahres ein neuer Betreiber im Osten Thüringens den Betrieb. Im Dieselnetz Ostthüringen fährt dann die Erfurter Bahn statt wie bisher die DB Regio. Mit dem erfolgreichen Vergabeverfahren im Ostnetz wurden wichtige Grundlagen gelegt, worauf im Nordnetz aufgebaut wurde, mit dem Ziel thüringenweit einheitliche Qualitätsstandards im SPNV durchzusetzen“, bekräftigt Petz.

Zudem beuge man mit strengen Regelungen in den Ausschreibungen bereits Lohndumping vor und beteilige durch einen zukünftig regionalen neuen Fahrgastbeirat auch die Endkunden des Nahverkehrs am Qualitätsmanagement. „Neu ist in beiden Netzen auch, dass das von uns beauftragte Verkehrsunternehmen den Fahrgästen konkrete und verbindliche Garantien (s. Infokasten) abgeben muss“, so Petz weiter.

Das ändert sich für Reisende im Nordnetz des Thüringer SPNV
Auf der Strecke Erfurt über Leinefelde und Eichenberg nach Kassel ist ab dem Fahrplanwechsel 2013/2014 ein schnellerer Regional- Express unterwegs. Dadurch verbessern sich die Reisezeiten und die Anschlüsse an den Fernverkehr in Erfurt. Dafür musste jedoch auf einige Haltepunkte entlang der Express- Linie zwischen Erfurt und Kassel verzichtet werden. Diese werden aber weiterhin durch die bestehenden Regionalbahn-Verbindungen zwischen Erfurt über Bad Langensalza und Mühlhausen nach Leinefelde bedient.

 Mehr Service: Der Bahnhof Mühlhausen wird im Rahmen der Dieselnetzvergabe
Nordthüringen zum Fahrplanwechsel 2013 als Kundenkommunikations-Center mit
erweiterten Öffnungszeiten ausgebaut. Foto: H. Balkow

Komfort und zusätzliche Qualitäten
Auf den Strecken im Dieselnetz Nordthüringen kommen von der DB Regio die roten Triebwagen der Baureihen 641 und 642 zum Einsatz, deren Innenraum bis dahin noch modernisiert wird. Ein Teil der Fahrzeuge erhält zudem eine stärkere Motorisierung, um den anspruchsvollen Fahrplan bewältigen zu können. Die Zustiege sind niederflurig und mit einer Faltrampe für den erleichterten Einstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Fahrgäste mit Kinderwagen und Fahrrädern versehen. Auch die größeren, kontrastreichen Displays sind vor allem für ältere und sehbehinderte Menschen wichtig. „Damit reagierte die NVS in der Ausschreibung auf die zunehmende Nachfrage barrierefreier Mobilität im ÖPNV“, erklärt Cornelia Petz. Zu den Anforderungen an den ÖPNV der Zukunft gehören ebenso Fahrscheinautomaten in allen Fahrzeugen, die auch Kredit- und EC-Karten als Zahlungsmittel akzeptieren müssen. Für den persönlichen Kundenservice in den Zügen und an Stationen hat die NVS in der Ausschreibung konkrete fahrgastfreundliche Anforderungen gestellt. So wird Mühlhausen zu einer zentralen Kundenkontaktstelle erweitert und die Öffnungszeiten in den DBReisezentren Nordhausen und Mühlhausen auf nun 60 Stunden pro Woche verbindlich vorgegeben.

Im Wettbewerb um diesen Auftrag habe die DB Regio aber über grundlegende Vorgaben hinaus einige Mehrqualitäten bieten müssen. So werden alle Vis-à-Vis-Sitzplätze mit festen Tischen ausgestattet, die beispielsweise für Arbeitsunterlagen oder einen Laptop ausreichen. Alle Sitze in Reihenbestuhlung erhalten einen Klapptisch sowie Abfallbehälter. Neue Innendisplays zeigen den Haltewunsch für die Bedarfshalte an. Zudem überzeugte die DB Regio mit einer regionalen und einer überregionalen Tageszeitung in allen Zügen.

Bis zum Start hat die DB Regio auch neben den Umrüstungsmaßnahmen der Züge noch einiges zu tun, erklärte Thomas Hoffmann von der DB Regio jüngst auf einer Pressekonferenz der NVS in Erfurt. „Wir arbeiten an Lösungen für die Zunahme an Reisenden mit Fahrrädern“, so der Verkehrsleiter für Thüringen. Zudem müsse das Service-Personal Englisch-Kenntnisse auffrischen, um den Anforderungen des Tourismuslandes Thüringen gerecht zu werden.

Bei der NVS wird bis Dezember 2013 nun vor allem die Kommunikation und Koordination mit anderen Verkehrsträgern im Thüringer ÖPNV im Vordergrund stehen, damit auch im Dieselnetz Nordthüringen die Fahrgäste optimale Anschlüsse zwischen Schienen und Straßen erwarten können.