DB-Infrastrukturbericht 2009 veröffentlicht
16.08.2010 - Um die Qualität des Schienennetzes zu gewährleisten, schlossen der Bund und die Deutsche Bahn AG im Januar 2009 eine Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) ab. Damit stellt der Bund der DB für insgesamt fünf Jahre jeweils 2,5 Milliarden Euro pro Jahr für Investitionen zur Verfügung. Im Gegenzug ist die DB verpflichtet, vorgegebene Qualitätsstandards für das Netz, die Bahnhöfe und die Energieversorgung einzuhalten, sonst drohen finanzielle Sanktionen. Um dies zu dokumentieren, muss die DB jährlich einen Infrastrukturzustands- und -entwicklungsbericht (IZB) veröffentlichen.
Für 2009 erschien der IZB am 19. Juli 2010. Er zeigt, dass die in der LuFV vorgegebenen Mindestwerte für die drei mit Sanktionen belegten Qualitätskennzahlen theoretischer Fahrzeitverlust, Funktionalität der Bahnsteige und Versorgungssicherheit der Bahnenergie erreicht wurden. Der Zustand der Bahnhöfe erhielt die Schulnote 3,2 (DB Station & Service) bzw. 3,75 (DB-Regionetze). Darüber hinaus ging die mittlere Verspätung gegenüber 2008 leicht zurück und lag bundesweit bei 4,38 Verspätungsminuten pro 1.000 Zugkilometer. Der Zustand der Brücken und Tunnel wurde auf einer Skala von 1 bis 4 mit zwei bewertet.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV), der Dachverband der SPNV-Aufgabenträger, beurteilt den IZB 2009 als methodisch nur bedingt nachvollziehbar. Da die ausgewiesenen Kennzahlen im IZB nur bundesweite Durchschnittswerte, jedoch keine strecken- oder regional bezogenen Daten darstellen, sei laut BAG-SPNV auch nicht ausgeschlossen, dass die DB AG gezielt einzelne Strecken oder Netze vernachlässige, ohne dass sich dies in den Kennzahlen niederschlägt. Als gut beurteilte die BAG-SPNV, dass die Versorgungssicherheit der Bahnenergie das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau lag. Ein Zustand, der langfristig gehalten werden müsse.
Streckenbezogene Kartendarstellungen zum IZB bietet das Eisenbahnbundesamt unter www.eba.bund.de » LuFV » Qualitätskennzahlen, die Stellungnahme der BAG-SPNV gibt es unter www.bag-spnv.de » Presse.